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Slowakei: Die Krankenschwestern proben den Aufstand

Im Krankenhaus der zentralslowakischen Stadt Zilina wurden vor kurzem 200 Kündigungen eingereicht. Doch das ist erst der Anfang. In einigen Krankenhäusern sind Gewerkschaftsangaben zufolge 80 Prozent des gesamten Personals bereit, zu kündigen. Dem Slowakischen Gesundheitssystem droht der Kollaps, nachdem Krankenschwestern eine landesweite Massenkündigungsaktion gestartet. So protestieren sie für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. "Eine andere Möglichkeit, um die Verantwortlichen zu einer seriösen Lösung der Probleme im Gesundheitswesen zu bringen, sehen wir nicht mehr", teilte die Präsidentin des slowakischen Krankenschwesternverbandes, Iveta Lazorova,h mit.

Die genaue Zahl der Schwerstern, Sanitäter, Geburtshelferinnen und anderer Mitarbeiter, die sich zur Kündigung bereit erklärt hätten, will der Verband vorerst geheim halten, um die "Teilnehmer" vor dem Druck der Krankenhausleitungen zu schützen.

"Seltsame Spiele der Regierung"

Lazorova bezeichnete die Kündigungsaktion als Protest gegen die seit dreieinhalb Jahren andauernden "seltsamen Spiele der Regierung" mit dem Pflegepersonal.

Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat: Die Regierung ging bei der Gesetzesvorlage für eine neue Mindestlohn-Regelung im Gesundheitswesen trotz heftiger Proteste nicht auf die Forderungen der Bediensteten ein. Die Regelung, die am Mittwoch vom Parlament in Bratislava angenommen wurde, garantiert den Schwestern einen Mindestlohn von 695 Euro, berücksichtigt zudem nicht die Zahl der bereits gearbeiteten Jahre. Die Schwesternkammer bezeichnete das Gesetz als Farce.

Massenkündigungsaktionen sind im slowakischen Gesundheitssystem nichts neues: Zuletzt musste die Regierung nach der Kündigungen von 1200 Ärzten im Jahr 2011 den Notstand ausrufen. Die Mediziner konnten ihre Lohnforderungen schließlich durchsetzen.

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